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Umschrift
Im täglichen Leben und beim Sprachstudium ist es oft nötig, Wörter und Namen aus anderen Schriften in die
eigene Schrift zu übertragen. Diesen Vorgang nennt man Umschrift oder Transkription. Für die Umsetzung der
einzelnen Schriftzeichen gibt es bestimmte Regeln. Da die einzelnen Sprachen einen unterschiedlichen Lautbestand haben,
kann in vielen Fällen nicht einfach ein Buchstabe der einen Schrift durch einen einzigen Buchstaben der anderen Schrift
ersetzt werden. Man muß vielmehr oft statt eines einzelnen Zeichens die Kombination mehrerer Zeichen verwenden
oder durch zusätzliche Punkte und Striche (sogenannte diakritische Zeichen) den besonderen Lautwert eines Zeichens
verdeutlichen.
So wird zum Beispiel im Deutschen ein grieschisches
durch th umschrieben,
ein russisches durch
stsch oder sc, ein arabisches
durch t usw.
Entsprechend kann auch die ägyptische Hieroglyphenschrift "umgeschrieben" werden. Die Regeln dafür
beruhen, wie alle Transkriptionsregeln, auf Konvention und sind international noch nicht ganz einheitlich.
Üblicherweise erscheinen in den Umschriften hieroglyphischer Wörter nur die Zeichen, die einen Lautwert haben.
Die stummen, nur zur Erklärung dienenden Zeichen bleiben unberücksichtigt.
Die ägyptische Sprache verfügt über verschiedene Laute, die in der deutschen Sprache nicht existent sind.
Vokale werden in der Hieroglyphenschrift im allgemeinen nicht wiedergegeben. Dafür ist sie aber in einem anderen
Fall vollständiger als unsere Schrift. Es gibt nämlich ein eigenes Zeichen für den Stimmansatz, der im
Deutschen zwar gesprochen, aber nicht geschrieben wird. Wir schreiben ja die Wörter "Ameise" und
"am Eise" mit den gleichen Buchstaben, machen aber einen Unterschied in der Aussprache. Der Unterschied
besteht (u.a.) in dem im Kehlkopf gebildeten Stimmansatz vor "Eise". Dieser Kehlkopflaut entspricht etwa dem
ägyptischen
(Buchstabenname: Aleph). Ein noch tiefer im Kehlkopf gebildeter Stimmansatz - in deutscher Hochsprache kaum vorkommend
- wird mit dem Konsonanten
(Buchstabenname: Ajin) bezeichnet. Aleph und Ajin sind also echte Konsonanten, werden von den Ägyptologen jedoch
zur Vereinfachung wie a ausgesprochen.
(Textteile aus: Karl-Th. Zauzich "Hieroglyphen ohne Geheimnis")
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© Sebastian Niedlich
webmaster @ hieroglyphen.de
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